Samstag, 5. August 2017

Einfach typisch!

Die vier Temperamente unter der Lupe

von Florence Littauer
 
Seelsorge - Humor - Psychologie

Der Sanguiniker stürmt vor, plaudert dabei charmant mit jedem, genießt das Leben, nimmt nichts wirklich schwer und selten etwas ernst, ärgert sich über unnötige Regeln und vergisst schon mal seine Versprechen.
 
Der Melancholiker macht stets Pläne und Listen, sucht die Welt ab, wo man etwas verbessern kann, erwartet von anderen auf allen Gebieten Höchstleistungen und ist bei enttäuschten Erwartungen verstimmt.


Der Choleriker ist der ideale Macher wie aus dem Managerhandbuch, er organisiert alles und delegiert fröhlich rum, gerne auch da, wo seine Mitarbeit nicht verlangt wird, liefert schon Resultate, während die anderen Temperamente noch nicht angefangen haben, und denkt, er ist die Ausnahme von „Nobody is perfect“.


Der Phlegmatiker ist der beliebteste der vier Typen, er macht wenig, ist dabei aber immer gut drauf und deswegen kann es passieren, dass man ihn ausnutzt. Er bleibt gern beim Altgewohnten, sei es Besitz, Gewohnheiten oder Meinungen, und ist der einzige, der in jeder Situation die Ruhe bewahrt.


Das Buch beginnt mit einer kurzen Einleitung, in der die Autorin über sich (Sanguinikerin mit Choleriker-Anteil) und ihren Mann (Melancholiker) schreibt, und wie sie sich zu Beginn ihrer Ehe zusammenraufen mussten. Ihr Mann Fred hatte auf der Hochzeitsreise verlangt, dass sie auf die „richtige Art“ Weintrauben isst.
Dann kommt ein vierseitiger kleingedruckter Persönlichkeitstest, damit man sich selbst auf die Schliche kommt. Oder wem auch immer.
Danach werden die vier Typen mit ihren Stärken vorgestellt. In den folgenden Kapiteln geht es um ihre Schwächen und für jede davon werden Lösungswege aufgezeigt. Teil IV handelt von den Temperaments-Mischtypen, von Eheleuten und gibt praktische Tipps, wie man mit den einzelnen Typen gut auskommt. Abschließend wird auf die geistliche Hilfe hingewiesen, wenn man sich Veränderungen vorgenommen hat, oder bessere Beziehungen zu Angehörigen anstrebt.
Die meisten Kapitel enden übrigens mit kurzen Zitaten aus dem Alten oder dem Neuen Testament.


Das Buch ist aufschlussreich, amüsant, verständlich geschrieben, erhellend, hilfreich für den Umgang mit sich selbst und fürs Miteinander und hoch empfehlenswert. Jeder sollte diese Temperamentenlehre gelesen haben. Denn: Vielleicht sind Sie gar nicht „verkehrt“ sondern nur eine Phlegmatikerin umgeben von lauter Cholerikern.
 
Florence Littauer (geb. 1928) ist US-Amerikanerin und seit Jahrzehnten eine berühmte Rednerin zu christlichen Themen und Autorin von Selbsthilfebüchern, hauptsächlich über die Psychologie des Mitmenschlichen. Sie ist verwitwet und Mutter mehrerer Kinder. Die englischsprachige Wikipedia hat einen längeren Artikel über ihren Lebenslauf, die Temperamentstypen und ihre Bücher.

219 Seiten, veröffentlicht 1992, deutsche Ausgabe1994, die vorliegende ist die 27. Auflage 2016, übersetzt aus dem Amerikanischen (Personality Plus) von Harald Böhnke und Christel Strate, Umschlagillustration von Detlef Müller, Verlag: Gerth Medien

 

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