Donnerstag, 16. Oktober 2014

Von einer, die auszog, Gutes zu tun

Wie 365 gute Taten mein Leben veränderten

von Theresa Voigt

Christlicher Alltag – Humor – Blog


Theresa Voigt wird 24 und beschließt, ein Jahr lang 365 Mal etwas Gutes zu tun und darüber zu bloggen. Das war am 4. Januar 2010. Am Jahresende hat sie es geschafft und vor allem durchgehalten – einige Wochen lang unter erschwerten Umständen –  nebenbei ihr Leben total verändert und das ihrer Mitmenschen zum Teil auch ein wenig, meist positiv. Ausgenommen vielleicht das der Bibliothekarin, die von Theresa eine Body-Lotion geschenkt bekam, deren Reaktion war nicht gerade strahlende Freude. Aber das war im Januar und kann einer Gute-Taten-Anfängerin schon mal passieren - aus Fehlern wird man schließlich klüger. Isso. Meist.

In den folgenden Monate lernt man Theresas Lieblingsfarbe (rosa) und die Menschen in ihrem Leben kennen: Ehemann Chris und seine Band Kurfürst, Mutter und Vater (der einen eigenen YouTube-Kanal hat), zwei Schwestern, Freundinnen, die Kolleginnen und der Chef von der Logopädie-Praxis, ganz junge und ältere Patienten, mit denen Theresa arbeitet (sie wurden verfremdet, damit ihre Anonymität gewahrt bleibt). Man braucht schließlich viele Nutznießer von Gefälligkeiten und kleinen Geschenken, wenn man sich die 365 vorgenommen hat.

Die Leser ihres Blogs ruft sie im Sommer auf, selbst mit guten Taten die Mitmenschen zu überraschen und in ihrem Blog darüber zu berichten. Aus Lesern wurden Mittäter. Ein paar Blog-Kommentare stehen im Buch mit den Erfahrungen, die sie ihrerseits mit ihren Aktivitäten gemacht haben.

Theresa Voigt hat acht Typen der Wohltatenempfänger beschrieben, z.B. den Aktiven (Es genügt ihnen nicht, nur Gutes zu empfangen. Sie wollen es weitergeben. Seite 202), den Ignoranten („Ich werde beschenkt – na und?“), den Nörgler (er entdeckt sofort Mängel), das Kind (Ihre überschäumende Freude ist ganz unschuldig und ungetrübt von Schuldgefühlen, Zurückschenk-Zwängen oder von Misstrauen. Seite 48)

Gegen Ende des Jahre werden die Medien aufmerksam, Radio- und Zeitungsinterviews, später das Fernsehen. Wie beim Schneeballprinzip breitet sich eine Welle Gutestun aus, weil immer mehr Leute Theresas Idee übernehmen. Es ist wirklich ansteckend, weil man selbst neugierig wird, welche Erfahrungen es wohl gäbe, wenn man jetzt auch ….

Leserin Trixi schreibt: Bisher legte ich viel Wert darauf, möglichst jeden Morgen die Herrenhuter Losung zu lesen. Heute lese ich möglichst jeden Abend deine Tages-Blog-Losung und merke dabei, dass es stimmt, was die Bibel sagt: Ihr seid ein Brief Christi.“ Halt eben nur anders. (Seite 103)

Theresa hat zwar selten über Gebet und Gottesdienst geschrieben (z.B. Zitat Seite 164: Oder während der über Monate geflehten Gebete um Emmi, sie möge endlich die Kraft bekommen, ihren damaligen Freund, „Mister Scheißkerl“, zu verlassen.), aber erst an Weihnachten, wenn es um das Freihalten der Plätze in einer der Christ-Vespern geht (ihre Gemeinde hat davon drei!), kann man ihre Konfession einordnen. Wäre die Platz-Freihalte-Story nicht gewesen, hätte ich sie – nach dem Verlag, der ihr Buch veröffentlicht hat – zu den Evangelens gezählt. (Eigentlich ist es ja egal, aber es ist schon so, dass man extrem lange forschen muss, um ein modernes, heiteres Buch aus der katholischen Ecke zu entdecken, und wenn man dann ein so wunderbares in die Hand bekommt, bleibt die Verwunderung nicht aus. Es geht ja doch!)

Ein herrliches Buch, frisch, fromm, fröhlich, frei, dessen gute Laune sofort ansteckt. Beim Lesen bekommt man das Lächeln nicht mehr vom Gesicht runter. Mitfahrer in den Öffent- lichen schauen neugierig und werden neidisch. Theresa Voigt ist ein Schreibtalent, hoffentlich gibt es bald Neues von ihr zu lesen.


223 Seiten, 2013, mit Illustrationen von Detlef Mueller, Gerth-Medien


Zum Glück ist der Blog noch online (Link) . Das ist sicherlich eine weitere, großartige gute Tat, die vielen Lesern eine Riesenfreude machen wird.




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