Sonntag, 15. Juni 2014

Der Schlunz

von Harry Voß

Erzähltes – Kinder



Familie Schmidtsteiner macht am Sonntagnachmittag ein Picknick im Wald. Als ihnen beim Fußballspielen der Ball verloren geht und sie ihn suchen, finden sie einen etwa zehnjährigen Jungen, der die Orientierung verloren hat. Er weiß nicht mehr, wie er heißt, wo er wohnt und wie er in den Wald gekommen ist. Das Ehepaar bekommt vom Jugendamt die Erlaubnis, dass der „Schlunz“ bei ihnen leben kann, gemeinsam mit ihrem Sohn Lukas, der auch 10 Jahre alt ist, und der kleinen Schwester Nele, solange bis sich der Junge wieder an seine Herkunft erinnert oder die Polizei seine Eltern gefunden hat.

In den nächsten Wochen müssen sich Lukas und Schlunz überlegen, wie sie Frau Rosenbaum vom Amt davon abhalten können, den Jungen in ein Heim zu geben. Ihre erste Idee hat mit Tomatenketchup zu tun und die zweite mit dem Versuch eines selbstgebackenen Kuchen. Zum Glück ist Frau Rosenbaum nicht nachtragend …

Familie Schmidtsteiner betet, bei Tisch und abends, und die Kinder gehen sonntags in den Gottesdienst. Das ist alles neu für den Schlunz, er hat viele Fragen, so zum Beispiel, was „Amen“ bedeutet und warum man es sagt, wäre nicht "Ende der Durchsage" viel besser?  Wieso soll beten dasselbe wie danken sein? Und wie viele Väter hat ein Mensch überhaupt?

Ein zentrales Thema dieses ersten Bandes ist die Erzählung vom Verlorenen Sohn. Denn mit der tatkräftigen Unterstützung von Schlunz und Lukas können ein Vater und sein Sohn wieder versöhnt werden.

Eine humorvolle, spannende und gegen Schluß rührende Familiengeschichte für Leser ab acht Jahren. Die einzelnen Szenen sind realistisch, die Figuren wie aus dem richtigen Leben und auch das Problematische im menschlichen Miteinander wird angesprochen, leicht verständlich erklärt und aufgelöst. Der Glaube wird konfessionsübergreifend dargestellt, allerdings wird es wahrscheinlich für nichtgläubige Leser zu viel davon geben.


Der Autor Harry Voß wurde 1969 In Dillenburg geboren. Als Kind ist er dort zum Kindergottesdienst und zur Jungschar gegangen, als Jugendlicher hat er dort auch mitgearbeitet. Es folgte ein Studium der Religionspädagogik und danach wurde er Kindermissionar beim Bibellesebund. 2007 schrieb er den ersten Band vom „Schlunz“, wegen des großen Erfolgs sind es bisher sieben geworden und sie wurden auch fürs Fernsehen verfilmt. Heute lebt Harry Voß mit seiner Frau Iris und seinen Kindern Elisa und Josia in Gummersbach, geht zur evangeli- schen Kirchengemeinde und arbeitet ehrenamtlich in der CVJM-Jungschar mit.

139 Seiten, 2007, mit Illustrationen von Thomas Georg, für Leser ab 8 Jahren

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