Mittwoch, 18. Juni 2014

Das Farnese-Komplott

von Barbara Wenz

Vatikan-Krimi


Rom und der Vatikan, ein veritabler Monsignore ermittelt zusammen mit Kriminalpolizisten und der Rom-Korrespon- dentin einer deutschen Tageszeitung: Monsignore Farnese, aus altem italienischen Hochadel, der vatikanische Gendarm Gabriele Cairo und Krista Winther (eigentlich Lukretia, das mag sie aber nicht hören) geraten in diesen mörderischen Fall, ohne sich wehren können. Kristas Vorgänger bei der Zeitung kommt beim Joggen ums Leben und sie wird in seiner Wohnung angeschossen, und das ist erst der Auftakt zu jeder Menge Übel.


Unerhört spannend und sehr viel Kriminelles schon auf den ersten Seiten, eigentlich ein Vatikan-Thriller. Dazu Historisches, Religiöses, mit interessanten Hintergrundinfos über Kirche und christliche Welt. In kurzen Kapiteln zwischen der Haupthandlung werden einzelne Szenen aus der Vergangenheit eingeschoben, die alle mit dem Schweißtuch der Veronika zu tun haben, angefangen mit Maria Magdalena in der Nacht vor der Auferstehung. Es wird berichtet, wo dieses Muschelseidentuch der Historie oder der Legende nach aufbewahrt wurde und wie es den Weg von Byzanz über Rom nach Manopello gefunden haben soll. Dabei erfährt man von unterirdischen Kapellen, den furchtbaren Geschehnissen beim Sacco di Roma und von (überwiegend) Frauen, denen das Tuch anvertraut wurde.

In der Haupthandlung ist es Krista Winther, die sich vorwitzig selbst in größte Gefahr begibt, als sie ganz allein Verdächtige überprüfen will; ein Wunder, dass sie heil aus dieser Situation gerettet wird, vom Monsignore, dem reinsten James Bond (allerdings mit Whiskey statt Martini, und geraucht wird nur, wenn es nicht jeder sehen kann).
Bei Krista kommt nur ganz selten die toughe Erfolgsfrau durch und dies höchstwahrscheinlich aus rein apologetischen Gründen:
Sie glauben an die Auferstehung?“ fragte Krista verblüfft [..] „Alle Christen glauben an die Auferstehung, Signorina Winther. [..] „ … aber doch nur – nur so halt, also Sie wissen schon, symbolisch, methaphorisch, also, als ein Bild, oder nicht?“ [..] „Die Auferstehung Jesu Christi ist eines der bestbezeugten Ereignisse der Menschheitsgeschichte.“

(Zitat Seite 68)

Außerdem gibt es zum Ausgleich eine junge Ordensfrau, Dominikanerin, eine Computer-Expertin, die im Vatikan arbeitet, dessen Internet vor Hackern beschützt und einen Code knackt, was die Mördersuche den entscheidenden Schritt weiter bringt.


Ein absolut großartiger Krimi, so nervenaufreibend, dass man einfach immer weiter lesen muss und das Buch viel zu schnell fertig ist.

Barbara Wenz, geboren 1967 in der Südpfalz, lebt und arbeitet als Autorin und freie Journalistin seit über zehn Jahren in Mittelitalien, schreibt unter anderem für das Vatican-Magazin und hat einen literarischen Reiseführer über bekannte und unbekannte Pilgerorte in Mittelitalien veröffentlicht. (Zitat aus dem Buch)
Barbara Wenz bloggt unter Elsas Nacht(b)revier

Der literarische Reiseführer Poetische Pilgerorte wurde im Blog schon vorgestellt.
 
224 Seiten, 2014 (Leseprobe)

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