Samstag, 10. Mai 2014

Mama, wir sind dann mal Gott suchen!

Wie mein Sohn seinen Glauben verlor und in Afrika wiederfand

von Frank Bonkowski


Biographisches – Reisen


Es kann keinen Gott geben, der die Menschen lieb hat, erklärt der fünfjährige Lukas seinem Vater, dem Herrn Pastor. Zu diesem Zeitpunkt lebt die Familie des Autors noch in Kanada. Mit pädagogischem Gespür, Keksen und heißer Milch kann die erste Atheismusphase abgewendet werden. Kurze Zeit zuvor hatte der Vater auch an seinem Glauben gezweifelt, er wurde von Gattin und Gemeindemitgliedern aufgefangen. Es ist schwer zu behaupten, dass die Sache mit Jesus nicht funktioniert, wenn du von seinen Anhängern so geliebt wirst.(S. 9)

Drei Jahre später, in einer Kleinstadt in Norddeutschland, sagt der mittlerweile Achtjährige „Wenn Gott gut ist, warum hilft er dann nicht?“ und „Daddy, beten hilft nicht! Gott hilft nicht. Ich glaube gar nicht mehr, dass es ihn überhaupt gibt.“ (S .14) Aber die Beiden bleiben dran, Lukas wird ermutigt, ehrlich mit Gott über seine Zweifel zu sprechen. Die Bibelstelle Was ihr einem der geringsten meiner Brüder getan habt, das habt ihr mir getan (Matt 25,40) bringt sie auf die Idee, Jesus in Afrika zu suchen, und zwar in Uganda, einem Land mit einer erschreckend hohen Zahl an Aidswaisen, infizierten Müttern und Kindern. Ein Pfarrerkollege baut in Kampala eine Schule auf und fliegt mit Freiwilligen jedes Jahr für ein paar Wochen hin. (Kleiner Tipp: Solche Ideen immer ZUERST mit deiner Frau teilen! - S. 20) Im ersten Jahr bleibt der Sohn noch zu Hause, ein Jahr später begleitet er seinen Vater zu dem Projekt „Naomi-Froese-Schule“.

Diese zwei Aufenthalte in Afrika werden beschrieben: Aufbauarbeiten, Gottesdienste, Reisen, auch Safaris, gesellschaftliche Situation und Probleme, Hilfsprojekte, Ein- und Umgewöhnungen an andere Gebräuche; und immer wieder die Menschen: Spiele, Feste, Hochzeiten, Unterricht und Begegnungen – und die Suche nach Gott. Im Tagebuchstil, schnörkellos, mit wenigen Worten werden beeindruckende Szenen dargestellt.

In einer Art Nachwort steht: Das Ziel dieses Buches ist es, unsere Gott-Entdeckungsreise zu erzählen. Dass jeder Gott anders kennen lerne und das Buch aus der persönlichen Wahrnehmung von Vater und Sohn erzählt ist. Dann folgen noch Ratschläge für Einsätze in Afrika, zwei amüsante Storys aus einem weiteren Buch des Autors (Selig sind die Trottel – Moderne Gleichnisse), aktuelle Infos, wie es den vorgestellten Personen in Afrika und den Projekten zur Zeit geht.


Ein ausgezeichnetes Buch, eine originelle Grundidee und mitreißend umgesetzt. Traurig und fröhlich, zwischendrin lustig, dann wieder tragisch, trotz allem Hoffnung machend.  

Vielen Dank für die Ehrlichkeit.


Der Autor Frank Bonkowski (geb. 1965) ist freikirchlicher Pfarrer und verheiratet mit Loretta, mit der er drei Kinder hat. Seit 2006 lebt er mit seiner Familie als Pastor, Referent und Buchautor in Bad Segeberg, davor lagen 17 Jahre Gemeindearbeit an der kanadischen Westküste. Homepage der Gemeinde in Bad Segeberg.

143 Seiten, 2013

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