Dienstag, 8. Oktober 2013

Mord im Datterich von Ralf Köbler

Eine kleine Darmstädter Stadtkirchenkriminalgroteske

Kirchenkrimi – Humor – Tatort Orgel


Mal wieder ist es eine Orgel, für deren  Sanierung Geld mit einem Krimi gesammelt werden soll, wie schon bei den sieben Erzählungen von Pfarrer Christian Uecker. Da nun zum dritten Mal die Königin der Instrumente auch in der Handlung der Kirchenkrimis eine wichtige Rolle spielt, wurde die Kategorie „Tatort Orgel“ eingerichtet. Da muss man jetzt nicht lange forschen, falls man mal für einen Organisten eine passende Lektüre sucht. - Eventuell möchte jemand einen Krimi mit „Tatort Kirchenchor“ lesen, da gibt es allerdings nicht viel. Außer einer unblutigen Fehde zweier Chorleiter (Wintergruft) ist mir nur ein einziges literarisches Kirchenchormitglied bekannt, das nach einer Probe versehentlich getötet wurde. Vielleicht auch besser so.

Zu Mord im Datterich:

In der evangelischen Stadtkirche geht gerade die Lesung des berühmten Karl Rheinbergers zu Ende; während der standing ovations fällt ein Schuß und der Schauspieler, Drehbuch- autor und Regisseur stirbt. Der erfahrene Erste Hauptkommissar Müllheimer (mit 'h') und der junge Staatsanwalt Graumann (mit Anzug und Krawatte) ermitteln. Es folgen spannende und humorvolle Szenen: die Mördersuche, Darmstadt und seine Prominenz, dazwischen eingestreute Zitate aus dem Darmstädter Mundart-Schauspiel Datterich und am Ende gibt es eine dicke Überraschung.

Eine sehr unterhaltsame Lektüre, zwar als "Groteske" bezeichnet, trotzdem ein richtiger Krimi mit vielen Fährten und Verdächtigen, ohne Gewalt.

Der Autor Ralf Köbler ist promovierter Jurist, arbeitet im Hessischen Justiz-Ministerium und im Kirchenvorstand der (evangelischen) Darmstädter Stadtkirche. Er ist seit seiner Kindheit im Kirchenchor, dazu heute begeisterter Hobbykoch und Englandfan, verheiratet und Vater zweier Söhne. Sein Erstling Mord im Datterich war der Auftakt für vier Nachfolgebände. (Über den aktuellen Stand der Orgel-Finanzierung ließ sich nichts ergoogeln.)

112 Seiten, 2006

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