Freitag, 11. Oktober 2013

Die Ente seiner Eminenz

Neun Geschichten von heiligmäßigen und mäßigheiligen Leuten

von Adalbert Seipolt

Erzähltes – Humor


Neun Erzählungen, die zwischen 10 und 30 Seiten lang sind:

Fortuna im Nonnenstift: Ordensfrauen suchen nach Möglichkeiten den finanziellen Ruin des Klosters abzuwenden und …. Fortuna eben.

Kutten machen Mönche: Einem Pater und Doktor der Theologie wird das Habit geklaut und er muss in zerlumpten Klamotten erleben, wie die Leute mit Pennern umgehen.

Hochwürden im Dreimädelhaus: Ein junger Kaplan wird im Doppelhaus bei drei Säulen der Gemeinde untergebracht.

Der Schandfleck der Gemeinde: In der tiefsten erzprotes- tantischen Provinz zwischen Rhein und Elbe besteht die katholische Gemeinde von Breitenburg nur aus 85 Gläubigen, deswegen kommt der zuständige Vikar lediglich alle 14 Tage zur Messe. In der Zwischenzeit hütet der Allround-Küster Hannes Schampinski die Herde, betet beim Rosenkranz vor, hilft wo er kann und ist glücklich, wenn er beim Krippenspiel Josef darstellen darf. Bis er mit dem neuen Pfarrer Streit bekommt und daraufhin beschließt, dem Glauben abzuschwören.

Der Kirchenbau zu Degenberg: Die Planung einer neuen Kirche als Dauerstreitthema bei Pfarrer und Kirchenvorstand.

Theophil im Niemandsland: Ein Pfarrer muss für einen schwierigen Kandidaten und für seine noch schwierigere Familie eine Rede zur Beerdigung halten.

Die Predigt, die zu Herzen ging: Ein Professor für Moraltheologie hält eine Predigt über die Armut und muss mit den Konsequenzen leben.

Die himmlischen Einbrecher: Wie viel nicht-geistlichen Mozart darf man im Kloster spielen?

Die Ente seiner Eminenz: Ein Kardinal der Kurie schreibt einen Artikel für eine katholische Zeitung und fordert, alle Katholiken sollten an ihrer Kleidung erkennbar sein und eine Art Uniform tragen.

Sehr humorvolle Geschichten mit liebenswürdigen Menschen und realistischen Handlungen. Gelegentlich blitzt mal das Alter der Erzählungen durch und einige Situationen und Charaktere werden ganz ausgereizt, damit man nicht nur schmunzeln sondern richtig lachen kann. Das Buch ist wie eine Tasse warmer Kakao fürs Gemüt.

Pater Adalbert Seipolt (1929-2009, Benediktiner in der Abtei Metten, Niederbayern) hat eine ganze Reihe erfolgreicher Unterhaltungsromane geschrieben. Hier im Blog wurden schon vorgestellt: Alle Wege führen nach Rom  und die Fortsetzung:  Die Römische Himmelfahrt. Frauenspersonen Zutritt Verboten (über das Leben im Kloster) und der Kopflose Bischof (über die 14 Nothelfer).

169 Seiten, 1959, Illustrationen von Polykarp Uehlein



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