Sonntag, 20. Oktober 2013

Beten - ein Selbstversuch von Klaus Douglass

Beten


Die 50 Kapitel sind unterschiedlichen Gebetsarten gewidmet z.B. Bitten, Fürbitten, Loben, Danken, Klagen, Anbetung, Prozessionen, Jesusgebet, Vaterunser, Rosenkranz, Taizé, mit Ikonen, mit Gebärden, mit Musik, mit Weihrauch, im virtuellen Gebetsraum, Tagesrückblick, Fasten, Pilgern, Lectio divina.
Jeder Abschnitt schließt mit einer Übersicht auf einer Seite, Portfolio bezeichnet: Wie geht dieses Beten, welcher Kategorie gehört es an, verwandte Formen, Zeitaufwand, Hilfsmittel und schließlich die private Erkenntnis vom Autor mit einer Schulnote plus seinem Fazit.

Am Ende des Buchs werden die Vorschläge noch einmal verdoppelt, es sind insgesamt zehn mal zehn verschiedene Methoden aufgezählt. Dort werden ergänzend genannt: Opfern, Segnen, Spenden, Zeugnis geben, Bibel teilen, Exerzitien nach Ignatius, Gebet zu zweit, Gehmeditation und vieles mehr, was nicht mehr ausführlich in das umfangreiche Buch gepasst hat.

Ein sehr schöner und anregender Band, ein wirklich gehaltvoller Neuzugang über das Beten in meiner Sammlung. Hoch empfehlenswert! Die Texte sind zwar sehr persönlich verfasst, aber es ist durchaus möglich, so über das Thema schreiben und jeder wird dafür Verständnis haben; man ist eben nicht immer in Stimmung für bestimmte Methoden oder hat grundsätzlich einen anderen Stil oder unterschiedliche Vorlieben als der Mitmensch.

Die „Viertelstunde vor dem Allerheiligsten“ fehlt leider. Der Autor ist evangelisch, ihn und sein Zielpublikum stört dabei wahrscheinlich das „Allerheiligste“. - Ob man andererseits traditionelle Gebetsarten aus anderen Religionen übernehmen sollte und die auch in einer Fremdsprache sprechen, hmm, dazu gibt es bestimmt verschiedene Meinungen.

Mein Fazit: Das Buch führt zum Beten und gibt konkrete Vorschläge wie man gleich loslegen kann. Und da man sich so selten mit anderen Menschen über diese Tätigkeit austauscht, macht es ebenfalls großen Spaß, die Erfahrungen und Erkenntnisse eines Beters zu lesen. Diese persönliche Herangehensweise ist das originelle Neue an diesem Selbstversuch und es ist eine richtig gute Idee.

Auf dem Band steht ein Zitat von Klaus Douglass: „Je breiter die Palette der Ausdrucksmöglichkeiten ist, derer wir uns bedienen, desto lebendiger und interessanter wird das Gespräch mit Gott.“

Insgesamt hat der Schutzumschlag auf der Vorder- und Rückseite etwa 60 Zeichnungen und Fotos von stilisierten betenden Händen. Die so gestaltete Rückseite hätte ich beinahe nicht bemerkt:





Der Autor hat evangelische Theologie und Philosophie studiert, promoviert und war viele Jahre Gemeindepfarrer in Niederhöchstadt bei Frankfurt. Mittlerweile arbeitet er im „Zentrum Verkündigung“ der Evangelischen Kirche Hessen-Nassau. Er hat bereits mehrere Bücher geschrieben, hält Seminare und ist Persönlichkeitstrainer. Klaus Douglass ist verheiratet, hat Kinder und eine Homepage.

319 Seiten, 2011

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