Sonntag, 14. Juli 2013

Vielleicht hilft auch ein Wunder von Ursula Schröder

Erzähltes - Humor


Anna arbeitet als Erzieherin in einem Kindergarten, geht regelmäßig in Bibelkreis, Gottesdienst, Nähkurs und ist seit elf Jahren verheiratet. Leider ohne Kinder. Ihr Mann beginnt ein Verhältnis, die Dame wird schwanger, das Ehepaar streitet und morgens um 6 Uhr verlässt er mit Koffern den heimischen Herd. Anna ist fertig mit der Welt.
Ihre beste Freundin Biggi hilft, wo sie nur kann, und außerdem gibt es ... Zufälle. Nach kurzer Zeit sind zwei neue Männer in Annas Leben und noch etwas später ein reuiger Gatte. Anna verbringt die nächsten Wochen auf einer Achterbahn der Gefühle. Wie soll sie sich entscheiden? Für wen? Und wann, also sofort, noch etwas warten, viel Zeit zum Entscheiden nehmen?
Freundin Biggi meint, Gott lässt die Menschen erkennen, was er von ihnen will. Anna weiß nicht so recht, sind demnach die Zufälle eigentlich Gottes Fingerzeige? Ganz klar kann sie seinen Willen nicht sehen. Soll sie sich für den Immobilienhändler Aaron entscheiden, der eine niedliche vierjährige Tochter hat? Für den Eventmanager Mirko, der aussieht wie Stephen Segal und so wenig spricht? Oder für ihren Ehemann, der schließlich doch eine Versöhnung will? Eine im Garten vergessene Fleece-Decke wird zum Vlies, wie in der Geschichte von Gideon im Alten Testament. Anna fragt, was sie tun soll, und durch das Vlies/Fleece erhält sie die Antwort.
 
Die Geschichte spielt in einer Kleinstadt zwischen Düsseldorf und Dortmund, im Kindergarten, in Bibelkreis und Gottesdienst, zu Hause mit der Nachbarschaft und auf Events. Immer mal wieder gibt es Episoden mit viel Humor, wie die Anfertigung einer Schneiderpuppe oder die vielen Telefonanrufe. Daneben traurige Momente, wie sie bei Trennungen nunmal vorkommen.

Bei der Szene im Bibelkreis, als es um das Goldenen Kalb geht bzw. gehen sollte, musste ich so lachen. Die hat Adrian-Plass-Niveau. Hervorragend!
Als Anna kurz drauf ins Telefon ihr „Nein!“ sagt, habe ich laut „Ja!“ gerufen, das war dermaßen mitreißend getextet, da muss man einfach mitgehen.
 
Ein sehr heiterer Frauenroman über ein ernstes Thema. Die Figuren sind wie im richtigen Leben und selbst die lustigsten Vorfälle bleiben realistisch. Die Hauptfigur Anna ist Christin und das Christliche spielt für sie und in der Geschichte auch eine wichtige Rolle. Für Leser mit konservativer Einstellung zur Ehe ist das Buch allerdings weniger geeignet.  
 
Die Autorin Ursula Schröder (geb. 1957) arbeitete früher in der Buchhaltung und ist seit 2000 Texterin und Autorin, sie ist verheiratet und hat drei Kinder. Es sind bereits viele Frauenromane von ihr erschienen. Vielleicht hilft auch ein Wunder ist ihr erster mit einer Christin als Hauptpfigur. Ursula Schröder gehört seit 40 Jahren einer evangelischen Freikirche an und ist dort auch ehrenamtlich engagiert.
 
315 Seiten, 2013

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