Mittwoch, 5. Juni 2013

Alle Wege führen nach Rom

von Adalbert Seipolt

Die heitere Geschichte einer Pilgerfahrt

Erzähltes – Humor – Reisen
 

Die Ordensfrau Schwester Annaberta arbeitet schon seit Jahrzehnten in einem Waisenhaus und bekommt einen Herzenswunsch erfüllt: eine Reise nach Rom, einschließlich Audienz beim Papst. Sie fährt mit einer bunten Schar Mitreisender: geistliche Herren, daneben Fromme und weniger Fromme jeglichen Alters aus ganz Deutschland. Die folgenden Tage sind angefüllt mit Bildung, höchster Kunst und natürlich Geistlichem. Der Autor Adalbert Seipolt nimmt die Leser mit auf die Fahrt, es ist als wäre man Teil der Pilgergruppe und würde in Rom von Sehenswürdigkeit zu Kirche und wieder zur nächsten Sehenswürdigkeit gehen.

Dazwischen erlebt Schwester Annaberta ihre ganz eigenen Abenteuer, die sie zum Teil mit nach Hause nimmt ... ; von anderen erholt sie sich schnell wieder, z.B. vom Mitlaufen bei einer kommunistischen Demo, die durch polizeiliche Wasserwerfer beendet wird.

Eine wunderschöne literarische Pilgerfahrt, voller Humor und Einfälle.
Die Erzählung lebt von der liebevollen Zeichnung der Figuren trotz ihrer – teils massiven – Ecken und Kanten. Darin unterscheidet sich das Erzählen von damals mit dem, was heute zu katholischen Themen angeboten wird. Sicher liegt es auch am Autor: Adalbert Seipolt war ein Pater von den Benediktinern. Heute würden sein Stil vielleicht keinen Verlag mehr finden. Zum Glück wird die Erzählung um Schwester Annaberta wegen der Nachfrage in regelmäßigen Abständen neu aufgelegt. Dieses Buch hatte 1958 den Grundstein für Seipolts Erfolg gelegt, danach schrieb er viele humorige Geschichten um Christliches (wie "Und es nickte der kopflose Bischof" über die 14 Nothelfer auf Besuch im Diesseits, vor einigen Monaten schon vorgestellt).

143 Seiten, 1958, Illustrationen von Polykarp Uehlein

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