Freitag, 5. April 2013

Habemus Papam – Ein Papst büxt aus (Film)

Filme – Humor – Geweihtes Leben – Vatikan - Erzähltes



Der italienisch-französische Spielfilm Habemus Papam aus dem Jahr 2011 erzählt von einem Kardinal, der im Konklave zum Pontifex Maximus gewählt wurde (absolut herrliche Szenen während der Wahldurchgänge). Gerade in dem Moment, als auf dem Balkon sein Name verkündet werden soll – also kurz nach dem berühmten „Habemus Papam“ - macht er seinen Unwillen bemerkbar, die Position anzutreten, er fühlt sich zu schwach dazu. Die Kardinäle versuchen ihr Möglichstes, während die Menschen auf dem Platz vor dem Petersdom warten. Es wird eine nachvollziehbare Erklärung für die Presse gestrickt (eine der Hauptrollen ist der polnische Pressesprecher) und nach dem besten Psychologen geschickt, der seine erste Stunde mit dem Patienten vor allen Kardinälen abhalten muss. Inkognito wird der Zögernde zu einer Psychologin außerhalb des Vatikans gebracht. Nach dem Treffen mit ihr entbüxt er seinen Begleitern und verbringt die folgenden drei Tage unerkannt in Rom, er fährt mit dem Bus, geht in Bars und wohnt in einer Pension zusammen mit einer Theatertruppe.
Den Kardinälen und der Öffentlichkeit wird das Verschwinden verheimlicht. Ein Schweizergardist nimmt hinter den schweren Vorhängen der päpstlichen Privatwohnung seine Stellung als „Schattenpapst“ ein. Der Psychologe, der als erster hinzugezogen wurde, darf das Konklave nicht verlassen und organisiert ein Kardinal-Volleyballturnier.

Ein schöner Film. Kein bisschen peinlich oder zu viel Humor auf Kosten des guten Geschmacks, es sei denn dermaßen subtil, dass es kaum auffällt. Offensichtlich wollte man die konservativen Katholiken nicht verärgern, oder die Leute, die im Vatikan die unglaublich fantastische Ausstattung zur Verfügung gestellt haben. Dafür ist die Handlung zwischendurch etwas langatmig. Die Auffindung des entlaufenen Papstes erinnert an das große Finale in Las Vegas von Sister Act (Man tausche Nonnen gegen Kardinäle). Das Ende der Geschichte ist stimmig. Es geht eher um das Gefühl der Überforderung angesichts einer großen Aufgabe als um Religöses. Der Glaube spielt fast überhaupt keine Rolle.

Italienisch-französischer Spielfilm von 2011, Originaltitel: Habemus Papam, Regie, Buch und Produktion: Nanni Moretti (spielt auch den berühmten Psychologen), in der Hauptrolle als Papst Michel Piccoli,

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