Donnerstag, 21. Februar 2013

Monsignore Quijote von Graham Greene

Erzähltes – Humor – Geweihtes Leben


Padre Quijote, der „Nachfahre“ des berühmten Ritters, ist seit Jahrzenten glücklicher Priester in einer kleinen Landpfarre in Südspanien. Eines Tages hilft er einem italienischen Kurienbischof, dessen Mercedes liegen bleibt und den er zu sich einlädt. (Zum Essen gibt es nur ein Steak aus billigem Pferdefleisch, das sich die beiden teilen müssen. Der Bischof: „Dieses Steak ... so zart, so geschmackvoll“, niemals zuvor hätte er je so etwas gekostet. - Als ich diese Stelle im Bus las, musste ich sehr lachen. Denn gerade dieser Tage waren die Nachrichten voll damit, dass in Rindfleischprodukten Pferdefleisch gefunden wurde.) Die beiden Geistlichen speisen und trinken, reden über den Mann de la Mancha, über theologische Themen und schließlich gelingt es dem Landpfarrer, den Mercedes wieder fahrtüchtig zu bekommen (der Tank war leer). Der italienische Bischof ist hochbeeindruckt und erwirkt den Titel 'Monsignore' für Padre Quijote. Seinem spanischen Bischof fehlt dafür jegliches Verständnis. Er kündigt schriftlich die Versetzung des Pfarrers an, da für einen Monsignore eine Landpfarre nicht gut genug wäre.
Der Priester flieht, d.h. er begibt sich auf Reisen in seinem uralten Seat „Rosinante“. Begleitet wird er von dem kommunistischen Bürgermeister des Dorfes, der nicht wiedergewählt wurde. Im Gepäck sind die Lieblingsbücher der beiden, einerseits das Kommunistische Manifest, andererseits Johannes vom Kreuz, Franz von Sales und Therese von Lisieux, von Padre Quijote „Senorita Martin“ genannt und von der er sagt, sie sei seine große Liebe. Außerdem fühlt er sich verpflichtet, die Moraltheologie von Heribert Jones mitzunehmen. Auf dem Rücksitz stehen vier Kisten „ehrlichen mancheganischen Weins“.
Sie fahren kreuz und quer durch Spanien, unterhalten sich über aktuelle und ewige Themen, haben Erlebnisse weltlicher und geistlicher Art, bekommen es mit der Polizei zu tun und werden schließlich von der Guardia und den Leuten des spanischen Bischofs gesucht und gefunden ....... Das Ende wird hier jetzt nicht verraten.

Ein absolut wunderbarer Roman über einen herzensguten, tiefgläubigen Priester auf einer Reise durch das moderne Spanien (das Spanien der beginnenden Achtziger). Eine gelungene Mischung aus Don Quijote und Don Camillo. Von einem Katholiken geschrieben, der sich mit Geistlichem und Kirchlichem auskannte und die Menschen liebte.

Unbedingt lesen, wenn man die Möglichkeit dazu hat.

264 Seiten, 1982, übersetzt aus dem Englischen (Monsignor Quixote) von Gertie und Hans W. Polak

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