Samstag, 22. Dezember 2012

Dienstanweisung für einen Unterteufel von C.S.Lewis

Moderner Klassiker – Erzähltes – Humor - Giftschrank - Christlicher Alltag – Gemeinde – Familie - Bekehrung - Glaubenswissen

Das Buch besteht aus den (fiktiven) Briefen des höllischen Unterstaatssekretär Screwtape an seinen Neffen Wormwood, einen Unterteufel in Ausbildung, der den jungen Engländer Spike von einem christlichen Leben abhalten soll. (In den Schreiben wird Gott „der Feind“ genannt und Screwtape spricht von seinem Chef als „Unser-Vater-in-der Tiefe“.)
Gleich zu Beginn geschieht für Screwtape und seinen Neffen das größte Unglück: Spike bekehrt sich und wird Christ.

(Zitat Seite 13f) „Es ist ja noch kein Grund zur Verzweiflung vorhanden. Hunderte von erwachsenen „Bekehrten“ konnten zurückgewonnen werden und sind nun sicher bei uns, nachdem sie sich eine kurze Weile im Lager des Feindes aufgehalten hatten [..] Einer unserer besten Bundesgenossen ist gegenwärtig die Kirche selbst. Aber bitte, verstehe mich richtig! Ich meine natürlich nicht die Kirche, wie wir sie sehen: sich über Raum und Zeit erstreckend und verwurzelt in der Ewigkeit [..]Alles, was Dein Patient sehen kann, ist ein halb vollendetes Gebäude in falscher Gotik auf einem Neubaugrundstück. Wenn er da eintritt, so begegnet ihm als erster der Metzger aus dem Eckladen seiner Nachbarschaft [..] Wenn er dann seinen Platz in der Kirchenbank einnimmt und sich ein wenig umsieht, so entdeckt er gerade jene Auswahl seiner Nachbarn, denen er bis dahin geflissentlich aus dem Weg gegangen ist [..] Es spielt natürlich keine Rolle, welcher Art die Leute in jener nächsten Kirchenbank in Wirklichkeit sind. Vielleicht kennst Du sogar einen unter ihnen als großen Kämpfer in den Reihen des Feindes [..] Es braucht nur einer dieser Nachbarn ein bisschen falsch singen oder Schuhe tragen, die bei jeder Bewegung quieken [..] so wird Dein Patient ganz leicht glauben, daß es auch mit der Religion dieses Menschen irgendwie komisch bestellt sein müsse.“

(Zitat Seite 69)
Mein lieber Wormwood,
Du erwähntest in Deinem letzten Brief beiläufig, daß Dein Patient seit seiner Bekehrung immer noch eine und diesselbe Kirche besucht und daß er sich dort nicht voll befriedigt fühlt [..]Sicherlich weißt Du, daß für einen Menschen, der nicht vom Kirchgang kuriert werden kann, das nächste und beste ist, ihn in der ganzen Nachbarschaft umherzuschicken, um nach der Kirche zu suchen, die ihm „zusagt“, und das so lange, bis er zum eigentlichen Feinschmecker oder Kenner in Sachen Kirche wird.“

Christliche Literatur auf allerhöchstem Niveau, in einer Sternstunde entstanden.

140 Seiten, 1942, aus dem Englischen (The Screwtape Letters), der Übersetzer wird im Buch nicht genannt

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