Freitag, 30. November 2012

Saal der 1000 Türen von Henri Caffarel

Briefe über das Gebet

Beten



In 53 kurzen Briefen, die zwischen einer und vier Seiten lang sind, wendet sich Pater Caffarel an Menschen, die beten lernen wollen oder Fragen zu ihrem persönlichen Beten haben. Es sind Jugendliche, Eltern, keineZeithaber, Suchende, denen geantwortet wird. Seine Texte sind verständlich, nie akademisch, immer auf dem Punkt. Häufig steht in ihnen mehr über Gottes Liebe als über anzuwendende Techniken oder Methoden. Wunderbare Einladungen zum Beten. Bei der Lektüre möchte man sofort das Buch zur Seite schieben und loslegen.

„Du wirst erwartet“, „Gott ruft“, „Sprich mit Ihm“, "Schulter an Schulter" über das Beten mitten im Chor der Heiligen und „In der Bresche aushalten“ über das stellvertretende Gebet sind meine Lieblingsbriefe. Eigentlich auch die meisten anderen, wenn ich so darüber nachdenke.

Saal der 1000 Türen war erst mein zweites Buch über das Beten. Gefunden auf einem Tisch in den Schweigeräumen von El Abiodh (dem in Europa). Es ist bis heute mein liebstes. Vielleicht haben Guardini, Teresa von Avila und die anderen Großen Tieferes, Tiefsinnigeres übermittelt. Für mich aber bleibt Cafarell unerreicht, besonders in der Wirkung.

(Zitat Seite 14)
Sie sollten, lieber Freund, wenn Sie beten wollen, fest davon überzeugt sein, erwartet zu werden: erwartet vom Vater, vom Sohn und vom Heiligen Geist, erwartet in der Familie des Dreifaltigen Gottes. Dort ist Ihre Wohnung bereitet! Denken Sie an das, was Christus gesagt hat:“Ich gehe, euch eine Wohnung zu bereiten!“ Sie werden mir vielleicht entgegnen, er habe vom Himmel gesprochen. Gewiß. Aber gerade das Gebet ist der Himmel, wenigstens was in ihm wesentliche Wirklichkeit ist: Gottes Gegenwart, Gottes Liebe, Gottes Empfang für sein Kind.
Wenn wir zum Herrn gehen, werden wir immer erwartet. Besser: Wir haben kaum ein paar Schritte getan, und schon kommt Gott uns entgegen, kommt er auf sein Kind zu.“

Natürlich habe ich das Buch in El Abiodh nur gelesen, damals im Schweigen, und es später zu Hause käuflich erworben. Ehrensache, schließlich sollten noch andere Retraitler dieses Buch finden, lesen und beten.

136 Seiten, 1979, übersetzt aus dem Französischen (eine Auswahl aus dem Buch Présence à Dieu. Cent lettres sur la prière) von Agnes Heitzer und Hans Urs von Balthasar
Mit einem Vorwort von Hans Urs von Balthasar

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