Sonntag, 25. November 2012

Lernen wir beten von Franz Jalics

Beten

In dem Buch stehen Sätze, die wie ein Wasserzeichen eine gute Hinführung zum Beten kennzeichnen: „Die Begegnung mit Gott kommt nicht allein durch menschliche Anstrengung zustande. Sie wird vielmehr ermöglicht und unterstützt durch Gott. Er bricht zudem oft in das Leben von Menschen ein und macht möglich, was menschliches Bemühen nicht erreichen konnte.“ (Seite 11).
Und zu den vorformulierten Gebeten (Seite 20): „Wir sollten uns nicht zu langen Gebeten verpflichten, weder durch Versprechen noch aus irgendeinem anderen Grund. Haben wir es schon getan und fällt es uns zur Last, dann sollten wir den Mut fassen, es zu unterlassen. [..] Erzeugt das gesprochene Gebet einen inneren Widerwillen, dann ist es ungeeignet. Ausdauer muss mit Elastizität und Freiheit in Einklang stehen.
Der letzte Prüfstein des wörtlichen Betens ist, ob es die Kraft hat, uns Gott näherzuführen. Das ist seine eigentliche Bestimmung; es ist ein Mittel, aber kein Ziel. Sobald es seine Funktion nicht erfüllt, ist es unnütz.“

Die neun Kapitel beschreiben: das Beten mit Hilfe vorformulierter Gebete; auf der Erde stehen; Bibelbetrachtung: die Zwiesprache mit Gott; die Notwendigkeit von Sammlung und Ruhe beim Beten und dazu Entspannungsübungen (angelehnt an das Autogene Training und Muskelentspannung nach Jacobsen); das einfache Gebet und dafür zahlreiche, gut erklärte Übungen, z.B. mit Musik oder Bildern, eine ausführlich Leben-Jesu-Meditation wie bei den Exerzitien von Ignatius; das Beten in Gemeinschaft; Schwierigkeiten beim Beten und einen Ausblick auf die Kontemplation (andernorts genannt: „Schauen auf Gott“, „Meditation“ oder das „innere Gebet“).

Ein sehr empfehlenswertes Begleitbuch fürs persönliche Beten.

107 Seiten, erste Veröffentlichung in den Achtzigern?, mein Band ist von 2010


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