Sonntag, 24. Juli 2016

Tod auf dem Jakobsweg

von Petra Oelker

Kirchenkrimi


Kurz vor Roncesvalles stürzt ein junger Pilger einen Abhang runter, er kann gerettet werden und wenige Tage später geben die Ärzte Entwarnung. (Ja, das war jetzt ein Spoiler, musste aber sein.) Seine Reisegruppe mit 14 Personen geht den Jakobsweg in einer Mischform aus Wandern, Busfahren und Übernachtungen in Pensionen; sie laufen in Burguete los und das Unglück ereignet sich am zweiten Tag. Was in den folgenden anderthalb Wochen bis zur Ankunft in Santiago de Compostela geschieht, erzählt die Journalistin Leo (eigentlich Eleonora).

Viel Spirituelles gibt es nicht in der Geschichte. Der Krimi Tod auf dem Jakobsweg ist jedoch ein kenntnisreicher Reiseführer des Caminos, der mit Religiösem, Gläubigen und Geistlichen respektvoll umgeht. Es gibt durchweg Spannung, mehrere Handlungsstränge und Motive; irgendwann ist fast jeder verdächtig, man rätselt mit, dazu bleibt die Geschichte beinahe gewaltfrei. Wer klassische, gutgeschriebene Whodunnits mag und auf Actionreiches verzichten kann, der wird bestens bedient. Man kann Tod auf dem Jakobsweg wirklich empfehlen.
 
Mehr als 300 Seiten sind für mich ziemlich viel - bei allen Erzählungen - davon abgesehen ist das Buch gute Unterhaltungslektüre. Wenn man neben dem Lesen im Internet nachschauen kann, wo die Figuren gerade sind und sich die beschriebenen Kirchen, Gebäude und Landschaften betrachtet, ist es fast als wäre man selbst unterwegs, quasi auf dem „Gartenstuhl-Camino“.

In der Danksagung erwähnt die Autorin Petra Oelker die stets gutgelaunte absolut gesetzestreue Reisegesellschaft, mit der sie den spanischen Jakobsweg in der Luxusvariante gewandert ist. Ihre Camino-Kompetenz hat sie bewiesen.

Im Anhang stehen sechs Seiten Geschichte und Legenden mit wesentlichen Informationen über die Jakobswege.

Petra Oelker, geboren 1947, arbeitete als freie Journalistin und Autorin, bevor sie mit dem Schreiben von Kriminalromanen begann. (Zitat von Seite 2, stark gekürzt)

382 Seiten, 2007, etwas größere Schrift, Doppelseite mit einer Landkarte des Jakobswegs bzw. der Jakobwege in Südfrankreich und Spanien, Rowohlt Verlag Gmbh

Im Internet gibt es die beiden großen Portale zum Camino-Pilgern http://www.jakobsweg.de/  und http://www.jakobus-info.de/ 

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