Freitag, 22. Januar 2016

Wer flucht für alle Ewigkeit

von Christian Uecker

Kirchenkrimi

(Zitat von Seite 7:)
 Ich werde einen Menschen töten.“
Wie bitte?“
 
Zu Pastor Falke kommt ein Mann, der sich von einem tödlichen Fluch verfolgt glaubt. Ein Fluch, der seine Vorfahren keine vierzig Jahre alt werden ließ, und dem er sich nur entziehen kann, indem er jemanden ermordet.
Einige Tage später gibt es einen tödlichen Unfall. Der Pastor vermutet sofort, dass es sich um das Opfer dieses Mannes handelt und beginnt allein zu ermitteln
 
In einem zweiten Handlungsstrang geht es um eine Frau, deren jüngere Schwester stirbt. Hier ebenfalls das große Warum: Warum müssen Menschen früh gehen? Und später: Warum müssen Kinder Schreckliches erleben? Wie geht das zusammen mit einem gütigen Gott?
Daneben hat Pfarrer Falkes Probleme mit einem Mann, der unbedingt seinen Sohn in den Kindergarten der Gemeinde schicken will, für dessen wenige Plätze zu viele Anmeldungen vorliegen. Er probiert alles Mögliche, um sein Ziel zu erreichen.
 
Wer flucht für alle Ewigkeit ist der vierte Kirchenkrimi um den evangelischen Pfarrer Frank Falke aus Norddeutschland. Neben ihm sind seine Ehefrau Annette und der Kirchenvor- stand Heiner Langmaack als bekannte Figuren wieder dabei.
 
Es ist der dunkelste und theologischste von allen sieben Falke-Krimis; traurigmachend, mit wesentlichen Fragen, ohne deutliche Antworten. Auf der letzte Seite steht die Hauptperson in einer Kirche und reagiert auf das „Du sollst Dir kein Bildnis machen“ mit Widerwillen und kann es nur sehr schwer als Aufgabe akzeptieren.

Annette Falke hatte ihrem Mann zu Beginn seiner Nachforschungen gesagt: „Es ist nicht deine Aufgabe, ihn zu überführen.“ Und auf seine Nachfrage, was seine Aufgabe wäre, hatte Annette geantwortet: „Ihm zu vergeben.“(Zitat Seite 139)
 
Eine weitere von vielen Episoden der Geschichte, die in Erinnerung bleibt:
Während eines Sonntagsgottesdienstes schaut sich Annette Falke in der Kirche um, außer ihr sitzen nur sechs Besucher in den Bänken. Die Gemeinde Klein-Hasenberg ist zwar nur ein Dorf, aber es ist trotzdem eine anrührende Szene, durch die man mit engagierten, evangelischen Haupt- und Ehrenamtlichen mitfühlt; man bekommt Verständnis, wenn sie ganz neue Wege der Einladung zu Gott und Glauben versuchen. Wege, die man selbst nicht als gelungen bezeichnen würde.
 
Alle sieben Kirchenkrimis des evangelischen Pfarrers Christian Uecker sind empfehlens- wert, allerdings sollte man das Anspruchsvolle schätzen. Seine Bücher gehören zum Besten des Genre: spannende Handlung, authentische Figuren, realistische Dialoge und geistliche Tiefe.
 
Der Autor (1956-2007) wurde in Rostock geboren, kam als Vierjähriger in den Westen und war ab 1987 evangelischer Pfarrer in der Nähe von Lübeck, in Klein Wesenberg. Wegen der Reparatur der Kirchenorgel rief er Pastor Frank Falke ins literarische Leben.

Bisher wurden im Blog vorgestellt: Wenn der Tod tanzt - Totenblumen - Treibsand

140 Seiten, 1996, Friedrich Wittig Verlag

Kommentare:

  1. Hallo
    Wo hast dieses Buch denn gekauft, weil es in keinem Bauchladen bei mir erhältlich ist...

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  2. Hallo, gebrauchte Bücher gibt's online über ZVAB, booklooker und auch bei Amazon. Dieses Buch ist bei Amazon relativ günstig. Sonst bekommt man alte Bücher über Flohmärkte usw. Es gibt online sicher noch andere Verkaufsstellen, mit denen habe ich aber keine Erfahrung (ebay etc.) Herzliche Grüße

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