Sonntag, 9. November 2014

Forming Intentional Disciples

(Bewusste Nachfolger ausbilden)

The Path to Knowing and Following Jesus
(Der Weg, Jesus kennenzulernen und zu folgen)

von Sherry A. Weddell

Glaubenswissen – Gemeinde


»In der katholischen Kirche wurden meine geistlichen Bedürfnisse nicht erfüllt«, das gaben 71% der ehemaligen Katholiken als Grund für ihren Wechsel zu protestantischen Gemeinschaften an.
(Alle Daten stammen von dem Meinungsforschungsinstitut  Pew Research Center in Washington aus Umfragen von 2007 und 2008.)

In Forming Intentional Disciples („Bewusste Nachfolger ausbilden“) geht es darum, warum Katholiken ihre Kirche verlassen, auf welche Weise sie wieder zurückkommen und wie Nichtkatholiken ihren Weg in die katholische Kirche gefunden haben.

Im ersten Kapitel bringt Sherry Weddel die Daten aus Umfragen zur Religionszugehörigkeit und dem gelebten Glauben der US-Amerikaner mit dem Schwerpunkt katholische Kirche, erläutert sie und ergänzt mit Berichten von kurzen Begegnungen und Gesprächen aus ihrer eigenen Erfahrung. Die Themen sind: Messbesuch, Trauungen, Austritte, Konversionen, Hispanics, Anzahl der Konvertiten in die (und in den) verschiedenen Religionen und Gemeinschaften, religiöse Überzeugungen der Gläubigen.

Man erfährt, dass nur 60% der Katholiken an einen persönlichen Gott glauben und lediglich 48% meinen, man könne eine persönliche Beziehung zu Gott haben, hingegen halten ein Drittel Gott nicht für eine Person. (Wahrscheinlich für so etwas wie eine „Höhere Macht“, von der man nichts Genaues aussagen kann.) 

In den folgenden Teilen geht es um die 'Nachfolge Jesu', was das ist, welche Bedeutung sie für Christen hat und wie man sie in der Gemeinde vor Ort leben kann. Außerdem werden die Schritte beschrieben und ausgewertet, die Gläubige oder Nichtgläubige zur Konversion in die katholische Kirche bewegt haben: Vertrauen (zu Personen oder einer Organisation), Neugier, Offenheit, Suche und Entschluss zur bewussten Nachfolge. Schließlich gibt es ganz praktische Tipps, wie man – Interesse und Fragen vorausgesetzt – über Gott und den Glauben sprechen kann, ohne jemanden zu überrumpeln.

Die katholische Verhaltensregel des Schweigens kann sich auf die seltsamste Art zeigen. Als die schwangere, ungetaufte Teenagerin Sara Silberger mit ihrem katholischen Freund in der Pfarrei auftauchte, war das Schweigen ohrenbetäubend.
Was mich verwirrte: Eine kirchenferne, junge Frau kommt in eine kleine Pfarrei in einer Kleinstadt, Woche für Woche, deutlich an der Messe interessiert, mit einem jungen Mann, der in der Gemeinde aktiv ist, seit er laufen kann, und niemand will ihr die Frohe Botschaft bringen. Es wäre mühelos gegangen. Keiner sagte:"Hier, nimm das, lies und erzähl, was du darüber denkst." Keiner lud mich zu einem Vortrag oder einem Treffen ein, niemand betete für uns oder sagte, er würde für uns beten. Es geht nicht darum, dass ich denke etwas Besonderes zu sein. Es ist nur …. was haben sie getan? Warum haben sie nicht gedacht, dass dies wichtig wäre?“
(Zitat Seite 189)

In erster Linie wendet sich Forming Intentional Disciples an Angehörige und entsprechend Leitungsverantwortliche von Pfarreien. Neu-Evangelisation und Re-Evangelisation als Aufgabe von Gemeindemitgliedern, die zuerst die Notwendigkeit dieser Angelegenheit erkennen sollen, sich danach im günstigsten Fall berufen fühlen, selbst mitzuwirken und eine entsprechende Anleitung bekommen.

Ite, missa est. 


Leider ist das Buch nicht auf Deutsch erschienen.
Die Daten des Meinungsforschungsinstituts sind zwar ausschließlich aus den USA, aber Sherry A. Weddels Auswertung und ihre Vorschläge sind wahrscheinlich für alle alteingesessenen katholischen (und überwiegend auch evangelischen) Gemeinden zutreffend und anwendbar.
Wer Englisch lesen kann, sollte sich unbedingt die ausführlichen Besprechungen mit längeren Zitaten auf dem großen online-Bücherverkaufshaus durchlesen, auf der deutschen und vor allem auf der amerikanischen (.com) Seite. Sie ersparen es mir, selbst Hymnen auf Forming Intentional Disciples zu singen.


Sherry A. Weddell gründetet gemeinsam mit Pater Michael Sweeney OP (Dominikaner) das Catherine of Siena Institute zur Unterstützung von Pfarreien, die Katholiken zur Weitergabe des Glaubens anleiten. Sie erstellte das erste Programm über Geistliche Gaben, das speziell Katholiken anspricht. Zur Zeit leitet sie das internationale Team vom Catherine of Siena Institute mit Lehrern und Schulungsleitern, die bisher über 85.000 Laien, Geweihte und Priester in 105 Diözesen darin ausgebildet haben, den Menschen der Postmoderne den christlichen Glauben zu vermitteln, die eigenen Gaben und Berufungen zu erkennen, und die Theologie der Laien in der Kirche und ihre Aufgaben zu verstehen.
In ihrer Freizeit sind Sherry und ihr Mann damit beschäftigt, ein renovierungsbedürftiges Haus in den Rocky Mountains in eine toskanische Villa mit Garten zu verwandeln.
(Seite 256, eigene, leicht freie, Übersetzung)


256 Seiten, 2012, Our Sunday Visitor Publishing Division

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen