Samstag, 11. Oktober 2014

Himmlische Kriminalfälle

Pater Thomas ermittelt im Auftrag des Herrn
von Steffen Mohr

Kirchenkrimi


Der Jesuitenpater Dirk Thomas ist Hausgeistlicher im Krankenhaus. Dort hilft er meist mit Gesprächen, Trost und Sakramenten, wenn das erwünscht ist, aber gelegentlich benutzt er seine grauen Zellen zum Ermitteln in Kriminalfällen.

Vier Geschichten:
Der zerschredderte Nikolaus erzählt von einem Unfall, der sich als genau geplanter Mord herausstellt. Im Geheimnis der grünen Bibel wird Pater Thomas zu einer jungen Mutter gerufen, die alle nervt und behauptet, vom Teufel besessen zu sein; bei ihr gelingt es ihm nach vielen Jahren eine Schlägerei mit Schwerverletzten aufzuklären und so eine junge Familie glücklich zu machen. Ebenfalls eine Familie steht in Das Böse und die Mathematik im Mittelpunkt. Ein reicher Geschäftsmann mit vier erwachsenen Söhnen möchte sein Erbe neu verteilen. Die einzige Schwäche des Vaters sind Süßigkeiten und er bekommt eine Packung mit vergifteter Schokolade ins Krankenhaus geschickt. Schnee und Ice handelt von einem Apotheker, Medizinstudenten und Drogenhändlern. Die erste und dritte Erzählung spielen an Weihnachten, die zweite vor Ostern, die vierte zu Jahresbeginn.

Wie in dem Band Der Tote im Glockenstuhl kommt die Handlung ohne Brutalitäten aus, hauptsächlich werden menschliche Probleme beschrieben, die zu Straf- oder Gewalttaten führen. Daneben geht es um Gott, Beten, Krankensalbung, Josef und seine Brüder, Beichte, die Krankenhauskapelle, Gerechtigkeit, Barmherzigkeit. Außerdem erklärt Pater Thomas auf Nachfrage, warum er Priester geworden ist und hört zu, was seine Gesprächs- partner von seinem Beruf halten. Wissen Sie Pater: Ich selbst könnte nie Christ werden. Aber Jesuit vielleicht? (Zitat Seite 14)

Für Krimi-Liebhaber mit schweren Aversionen gegen das Katholische dürfte es aber trotzdem zu viel Religiöses geben.

Chefarzt Professor Meixenburger, Stationsärztin Dr. Jannings (die Riesendame) und die Krankenschwestern sind auch wieder auf den Stationen dabei. Kommissar Merks hat in diesem Band allerdings weniger Szenen.

Eine sehr angenehme Lektüre mit einem sympathischen und authentischen Priester-Schnüffler. Der empfehlenswerteste deutsche Krimi-Pater - naja eigentlich der einzige empfehlenswerte, aber da soll es unterschiedliche Meinungen geben. 

160 Seiten, ohne Jahresangabe, die Deutsche Nationalbibliothek nennt 2012

Nachtrag vom 22.5.2016: Ein Interview mit dem Autor Steffen Mohr auf der Webseite des St. Benno Verlags. Im Blog wurden bereits vier Bücher von ihm vorgestellt. (Oben links auf dieser Seite in die Suche einfach den Namen eingeben.)

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