Samstag, 21. Dezember 2013

Das große Wettpredigen von P.G.Wodehouse

Erzähltes – Humor


Bertie Wooster, ein britischer Gentleman mit unbegrenzter Freizeit, lässt sich von seinen Kumpels überreden, darauf zu wetten, welche Predigt von den zehn anglikanischen Pfarrern in den umliegenden Dörfern an einem bestimmten Sonntag am ausführlichsten sein wird. Mit allem was beim ordentlichen Wetten dazugehört: Handicaps, Eröffnung- und Schlusskurse. Zur exakten Quotenbestimmung gibt es umtriebige Vorarbeiten: durchschnittliche Predigtdauer jedes Geistlichen, gesundheitlicher Zustand, dazu besondere Ereignisse oder Besucher im Gottesdienst, die Einfluss auf die Länge nehmen könnten. Wooster muss sich persönlich engagieren, als Reverend Heppenstall meint, seine 50-Minuten-Predigt über die Bruderliebe sei eigentlich den Gläubigen nicht in voller Länge zuzumuten und müsse gekürzt werden: „Jedes Wort muss stehenbleiben, schon eine einzige Änderung würde alles ruinieren“, mahnte ich ihn ernst.

Das Ende ist wie immer: Jeeves, Woosters Butler und Helfer in allen Lebenslagen, ist der wahre Sieger, denn er hatte Insider-Infos erhalten und damit jede Menge Geld gewonnen.

Eine Kurzgeschichte von 1922, zwanzig Seiten lang, ein klein wenig böse. Aber 90 Jahre nach der Veröffentlichung gibt es wahrscheinlich kein übergroßes Verständnis mehr für Sonntagspredigten, mit denen die Fünfzehnminuten-Schallmauer locker gesprengt wird.

Das große Wettpredigen - mit eigenem Artikel in der englischsprachigen Wiki: The Great Sermon Handicap - ist enthalten in der Sammlung mit Kurzgeschichten Der unvergleichliche Jeeves (The Inimitabel Jeeves), das Original wurde 1922 in einer Zeitschrift und ein Jahr später als Buch veröffentlicht. Aus dem Englischen übersetzt von Fred Schmitz.


Ein anderes Buch von Wodehouse „Alter Adel rostet nicht“ über Jeeves und Wooster wurde vor einiger Zeit vorgestellt. Ebenfalls eine ganz herrliche Story!

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