Freitag, 5. Juli 2013

Der Lachs tanzt Blues von Peter Spangenberg

Kirchenkrimi

Kommissar Lachsien – genannt Lachs - ist eine kantige Type, duzt alles, was sich nicht wehren mag und hat es auch sonst gut drauf, die Leute vor den Kopf zu stoßen. Zu seinem Leben gehören Schach, Whisky, Pfeife, Preußen, Unberechenbarkeit und Jazz. Er steht kurz vor dem Ruhestand und muss seinen Resturlaub nehmen. Dazu fährt er nach Schottland, zu einem Freund, dem Theologen Peter Lloyd, einem Dean. Seine Assistentin vom Kommissariat ist ebenfalls im Urlaub und verbringt ihn am selben Ort, was den Lachs erst mal in eine kurze Schockstarre versetzt.

In Hamburg ermittelt unterdessen sein Stellvertreter in einer Mordserie; mehrere Menschen sind kurz hintereinander gestorben, in einem Altenheim. Die Mutter des jungen Kommissars lebt auch in diesem Haus. Der Neffe von Lachs arbeitet ebenfalls bei der Mord-Kommission und deswegen werden die Urlauber stets bestens informiert, was die Untersuchungen ergeben. Die Drei in Schottland - also der Lachs, der Dean und die Assistentin - machen sich ihre eigenen Gedanken und kommen so schließlich darauf, wie und warum in Hamburg gemordet wurde.
 
Neben der kriminellen Handlung gibt es ausführliche Gespräche und Gedanken zu Leben, Zeitgeist und überhaupt. Der Leser ist auf dem Schiff nach Schottland und bei touristischen Erkundungen in Schlössern dabei. Ganz am Rande wird’s gelegentlich geistlich (Zitat Seite 94) “Der Dean konnte es nicht lassen, sprach im Stehen ein Tischgebet, in dem er sich bei dem „Lord“ für den guten Tag, die tiefe Freundschaft und das gute Essen bedankte.“
Der Dean erzählt eine alte Geschichte über die Ereignisse in einem schottischen Castle, diese Story hilft, den Fall zu lösen.
 
Der Lachs tanzt Blues ist ein spannender, amüsanter Krimi mit starken Figuren und Tiefgang. Die Darstellung der Freundschaft der zwei Männer und die Beschreibung der lebenslangen Ehe vom Kommissar haben mir am besten gefallen. Das bekommt man in dieser Qualität nicht häufig zu lesen. Der Autor ist ein sehr talentierter Erzähler.



Peter Spangenberg (geb. 1934) ist verheiratet, evangelischer Pfarrer im Ruhestand und wohnt in Nordfriesland, er ist der Autor von Fabeln, Märchen, religionspädagogischer Literatur und liebt Neufundländer.
Mehr über sein Leben und Arbeiten steht auf seiner Homepage.
 
Peter Spangenbergs Psalmen-Buch habe ich auch, es heißt „Höre meine Stimme“. Darin sind die Psalmen in moderne Sprache übersetzt und es gibt dazu sehr schöne Farbbilder. Den Band habe ich schon fast ewig. ;) Damals fing ich mit dem Stundengebet an und fremdelte sehr mit dem originalen Wortlaut. Stattdessen habe ich lieber eine Übertragung von Spangenberg gelesen. Demnächst wird ein Foto von diesem Buch nachgereicht.
Höre meine Stimme. Die Psalmen
 
166 Seiten, 1995

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen