Samstag, 15. Juni 2013

Kurzgefasste Verteidigung der Heiligen Inquisition von Hans Conrad Zander

Historisches – Glaubenswissen
 

In der erzählten Rahmenhandlung tritt ein Großinquisitor vor das Publikum, er spricht über die Schaffung der Heiligen Inquisition im 12. und 13. Jahrhundert, über Ketzer wie die Katharer und Albingenser, den Heiligen Dominikus und die Dominikaner, die ersten Jahre der Inquisitoren in Nahaufnahmen, wie die Heilige Inquisition in Frankreich einen Generalstreik ausruft und die Arbeit niederlegt, den Aufbau einer unabhängigen Justiz. Der erste Inquisitor in Deutschland wird wegen übermäßiger Grausamkeit gelyncht; Hexen, Hexenverfolgung, Galileo und dazu die (teils überraschenden teils brutalen) historischen Fakten.

Die Kapitel tragen die Titel: Die Heilige Inquisition ... war jung und fortschrittlich ... war frauenfreundlich ... war effizient ... hatte recht .... war heilig. Das 4. Kapitel handelt von Galileo und im 5. wird Papst Pius V. ein Denkmal gesetzt

Hochinteressanter Geschichtsunterricht – Unterabteilung Kirchengeschichte des 12. bis 17. Jahrhunderts. Spannend wie ein Krimi, für alle, die sich für Kirchengeschichte und den historischen Wahrheitsgehalt interessieren.

192 Seiten, 2007


Biographisches vom Buchumschlag: Hans Conrad Zander, geboren 1937, ist Journalist und Schriftsteller in Köln. Er war Mönch im Dominikanerorden, Reporter des Stern (Kisch-Preis 1983) und Gastprofessor der Universität Essen. Bekannt geworden ist er durch seine historischen Sendungen in WDR und NDR („Zeitzeichen“) und als Verfasser von Sachbüchern und Satiren zur Religionsgeschichte („Warum waren die Mönche so dick?“ 2005).
(Hans Conrad Zanders „10 Argumente für den Zölibat. Ein Schwarzbuch“ ist auch absolut lesenwert. Eine sehr amüsante Lektüre!)



Leider ist die „kurzgefasste Verteidigung der heiligen Inquisition“ ohne Quellenangaben und Literaturverzeichnis.

Aber dafür gibt es den Kirchenhistoriker Prof. Arnold Angenendt und sein „Toleranz und Gewalt. Das Christentum zwischen Bibel und Schwert“ von 2007, in dem die Forschungsergebnisse der Wissenschaftler aus den letzten 20 Jahren zu folgenden Themen vorgestellt werden: Toleranz, Menschenwürde, Religionsfreiheit, Sklaven, Ketzer, Inquisition, Hexen und Zauberer, „unfehlbarer Papst“, Kreuzzüge, Ökumene, Südamerika usw. Insgesamt 799 Seiten, davon 117 Seiten Anmerkungen und 78 Seiten Literaturverzeichnis.




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