Montag, 17. Juni 2013

Frauenspersonen Zutritt Verboten

von Adalbert Seipolt

Die Geschichte von einem, der auszog im Kloster das Gruseln zu lernen

Erzähltes – Humor – Kloster


Der Journalist Alex Martini soll geheime Machenschaften in einem Benediktinerkloster aufklären. Seine Chefin von der Zeitschrift ANTI hat ihn für diesen Job ausgewählt, weil er kürzlich mit einer ähnlichen Story großen Erfolg hatte, über einen Mönch, der das Habit hinwarf und geheiratet hat. Und jetzt wurde ein anonymer Brief mit Andeutungen an das Magazin geschickt, es gäbe noch viel zu entdecken, gezeichnet mit U.I.O.G.D.. Der Journalist geht als Gast für eine Woche ins Kloster, in die Abtei Eberszell im Bayrischen, getarnt als Filmemacher. Dort leben ungefähr 20 Mönche und 20 Mitarbeiter. Die Zeiten mit dem angeschlossenen Gymnasium und der Schnapsbrennerei sind vorbei. Die Pater und Brüder sind auswärts tätig oder im Ruhestand. Alex Martini lernt die Örtlichkeiten, den Tagesablauf, das Beten, Denken, Speisen und Feiern der Mönche kennen. Er liest ein wenig in der Benediktregel. Gelegentlich traut er sich sogar in die Gottesdienste und wundert sich dort über manche Psalmen, wie auch über die beinahe nicht mehr jugendfreien Tischlesungen.

Es geschieht Merkwürdiges: Gegenstände tauchen in seinem Zimmer auf und verschwinden wieder, ihm gelingt es nicht die Köchin Andrea kennen zu lernen, als wäre sie vor ihm auf der Flucht, einige Mönche besitzen Schusswaffen usw. Dazu kommen Erlebnisse mit anderen Gästen des Klosters. Es ist die Zeit um die Fußball-Weltmeisterschaft, diese Spiele sind in die Handlung eingebaut. Eine wirklich aufregende Woche für den Journalisten.
Und eine sehr amüsante Lektüre für die Leser. Die Figuren sind realistisch gezeichnet – nicht alle Mönche sind engelsgleich sympathisch. Die Geschichte ist spannend, lustig und man lernt einiges über das Klosterleben, das althergebrachte und das moderne.

Der Autor, Pater Adalbert Seipolt (1929-2009), war selbst Benediktiner und Bestseller-Autor. Von ihm wurden schon „Und es nickte der kopflose Bischof“ (über die 14 heiligen Nothelfer) und „Alle Wege führen nach Rom“(über eine Pilgerfahrt) in diesem Blog vorgestellt. „Frauenspersonen Zutritt Verboten“ ist auf dem gleichen hohen Unterhaltungsniveau.

U.I.O.G.D. heißt Ut in omnibus glorificetur Deus, Auf dass in allem Gott verherlicht werde. Wahlspruch der Benediktiner.


191 Seiten, 1991, Illustrationen von Placidus Heider

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