Mittwoch, 1. Mai 2013

Übelst und Aller-Übelst


Eigentlich sollte in diesem Blog nur erscheinen und besprochen werden, was empfehlenswert bis sehr empfehlenswert ist. Nach langem Ringen des spiritus rectors des Blogs mit sich selbst werden heute Ausnahmen gemacht. Dazu wurde extra eine neue Kategorie eingerichtet: „Übelst“.


Übelst Nummer eins ist das Werk links.

Das ist ein Krimi, und zwar ein Nachfolgeband, dessen Vorgänger ganz ordentlich war. In diesem wird heftig nachgelegt, damit man den Autor (oder die Leser?) nicht für gar zu christlich bzw. katholisch/abgedreht hält. So kann man die Gedanken des Priesters während des Hochgebets und der Wandlung verfolgen, nämlich dass ihn die Hostie in seinem Mund an die leckeren Kekse seiner Großmutter erinnert; dass ja viele Gläubige der Meinung sind, es handele sich um den Leib des Herrn; der Schluck wird zur Weinverkostung und der Priester muss sich beherrschen, nicht den ganzen Kelch auszutrinken. Diese Szene steht relativ am Anfang und danach habe ich nur noch das Ende gelesen. Der Mörder - vor Selbstgerechtigkeit strotzend - entstammt entsprechend obiger Episode aus der konservativen Katholikengruppe. Welch eine Überraschung! Wer hätte das gedacht!


Nachtrag Oktober 2013: Im dritten Band dieser Reihe kommt es zu "witzischen" Begebenheiten während Hochgebets und Kommunion mit Bischof und Priester, Zitat: "Der Rest des Weins ergoss sich in seinen Hals." Usw. Die beschriebene Szene berichtet allerdings auch von der kompletten Ahnungslosigkeit des Autors von der Eucharistie, offensichtlich ist er nie in einer richtigen Messe gewesen.




 
Übelst Nummer zwei (Aller-Übelst) ist das Werk rechts.

Die Text gewordene Titanic-Titelseite.

Auch ein Krimi. Der oberste Kathole muss selbst ermitteln. Er hält sich eine Verrückte als Haushälterin, die das Blatt „die unbefleckte Hausfrau“ abonniert hat. Gleich zu Beginn wird ihm von einem pfiffigen Jungen gesagt, er wisse genau, was die Männer in langen Priesterklamotten von kleinen Kindern wollen. Eine exklusive Priesterbruderschaft, die sich betont asketisch gibt, entpuppt sich als Club, Fitnessoase und Bund für geweihte Männer, die nur Interesse an ihresgleichen haben und die Weltherr .... ähm ... die Kirchenherrschaft anstreben. Ein Ober-Selbstgeißler kann von seinem Masochismus abgebracht werden, indem ihm ein kleiner Freund zugeführt wird. Natürlich fehlt auch nicht die taffe Akademikerin, die für den Laden arbeitet (Pressesprecherin des Vatikans), aber wenig bis nichts von dem Verein hält und das bei jeder sich bietenden Gelegenheit in aller Ausführlichkeit von sich gibt. Am Schluss kommt Gott höchstpersönlich vor und macht witzische Bemerkungen über Maria und Jesus. Allerdings erscheint er da dem Papst im Traum, vielleicht war es also doch keine Offenbarung sondern nur zu viel Alkohol zum Abendessen. Undsoweiter.

Wahrscheinlich haben die beiden Autoren im Bekanntenkreis rumgefragt und um Vorschläge für „lustige“ Assoziationen zum Thema Vatikan, Papst und katholische Kirche gebeten und davon die heftigsten Schenkelklopfer in die Geschichte eingebaut.
Von dem Buch gibt es auch schon eine Fortsetzung.

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