Freitag, 14. Dezember 2012

Youcat – das Jugendgebetbuch

Beten – Liturgie - Neu

Auf den ersten Seiten ist eine sehr empfehlenswerte Einführung für das persönliche Gebet: die kleine Gebetsschule, knapp und auf den Punkt.
Danach sind im ersten Teil die Texte angeordnet im Rahmen von je 14 Morgen- und Abendgebeten, so daß man sie als Modelle für die eigenen Gebetszeiten nehmen kann. Diese Modelle enthalten: Kreuzzeichen, Gebete, Stille, Bitten, Vaterunser, Bitte um Segen, manchmal Lesungen aus dem Neuen Testament. Im zweiten Teil stehen die Gebetstexte thematisch geordnet z.B. Den Vater preisen, Um den Geist bitten, In der Not rufen (mit Stoßgebeten), Mit der Mutter Jesu beten (Mariengebete und Rosenkranz).
Am Seitenrand sind kurze Erklärungen, Zitate von Promis, Bibelstellen. Fotos, wie im youcat-Katechismus von jungen Leuten und Bilder von Marienstatuen, Kreuzen, Ikonen. Und die Strichmännchen-Zeichnungen. Hinten ist ein Namensregister mit knappster Biographie und ein Index der Gebete.
Die vorgegebenen Gebetszeiten sind alle sehr wortlastig, trotz der Empfehlung eines stillen Moments. Teils werden Texte aus dem Stundengebet übernommen, daneben gibt es andere Gebete, manchmal Psalmen. (Das Stundengebet war wohl Vorbild. Mir persönlich sind es zu viele Psalmen und zu viele täglich wiederkehrende Elemente. Wahrscheinlich sind andere Beter da ganz anders drauf.)
Das Buch beinhaltet Gebetsklassiker und auch neue, von den Autoren verfasste Gebete. Zu wenige Hinweise auf Musik, Bilder oder Ikonen, obwohl das Buch Fotos enthält. Kein Vorstellen der verschiedenen Gebetsmethoden, wie sie im vierten Teil des Katechismus stehen: freies Gebet, das Sprechen mit Gott (wie die Viertelstunde vor dem Allerheiligsten von Pater Claret, so ein Modell des Sprechens mit Jesus wäre bestimmt eine interessante Anregung), eine Einführung in die Betrachtung biblischer Texte, meditatives Gebet, Jesusgebet usw.

Die Frage ist eben, was man in ein erstes Gebetbuch für Jugendliche reinpacken soll und was nicht. Meiner Meinung nach etwas weniger vorformulierte Texte, stattdessen mehr Gebetsmethoden, andere liturgische Formen (Kreuzweg, Wallfahrt), ganz wichtig sind alltagstaugliche Hilfen bei Problemen mit dem Beten, mit Gott oder überhaupt, daneben die Einbeziehung von Musik, Bildern, Gegenständen, wenigstens eine knappe Anleitung dazu. Schließlich werden sich die jungen Leute oder Gebetsanfänger nicht so oft ein neues Buch über das Beten kaufen. (Naja, manche tun das schon, zum Beispiel die Frau, die hier gerade tippt.)

Da es leider so wenige Bücher zum Beten-Lernen oder Bet-Begleitbücher gibt, ist das Youcat-Jugendgebetbuch sehr zu loben. Es kann wirklich gut als Grundlage und Erstausstattung verwendet werden. Und schließlich hilft einem ja auch immer der Heilige Geist, besonders wenn man ihn ausdrücklich darum bittet.

175 Seiten, 2011, herausgegeben von Georg von Lengerke und Dörte Schrömges

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