Donnerstag, 20. Dezember 2012

Und es nickte der kopflose Bischof

von Adalbert Seipolt

Erzähltes – Humor – Heilige


Bei dem kopflosen Bischof aus dem Titel handelt es sich um den Heiligen Bischof Dionysius aus dem dritten Jahrhundert, der im Himmel wieder gut bekopft ist, und zu Beginn der Erzählung die himmlische Presse und alle Interessierten informiert, dass vierzehn Heilige, nämlich die 14 Nothelfer-Heiligen, einen Ausflug auf die Erde unternehmen werden, genauer gesagt nach Vierzehnheiligen, der „berühmten Stätte ihrer Verehrung“ in Oberfranken. Dort findet eine Konferenz statt, auf der sich die Vierzehn wieder mehr ins Bewusstsein der Gläubigen bringen wollen. Außerdem gibt es neue Patronate zu verteilen: die Fußballer wollen einen Patron fürs Elfmeterschießen, Anfragen gab es auch von den Softwareherstellern, von den Feministinnen und so weiter. Nur Christopherus als Helfer der Reisenden und Autofahrer ist komplett auslastet. Er wird übrigens wegen Fahrens mit total überhöhter Geschwindigkeit von einem Polizisten angehalten. Aber der Aufenthalt seiner Kollegen fällt ebenfalls auf und beschäftigt Polizei und Politiker.
 
Die Erlebnisse der vierzehn Heiligen auf Erden sind eine sehr amüsante Lektüre, und außerdem informativ, denn danach kennt man diese Nothelfer: die drei Damen Katharina, Barbara und Margreta, die drei Bischöfe Dionysius, Blasius und Erasmus, die drei Militärs Eustachius, Georg und Achatius, dazu Christopherus, den jungen Vitus, den Arzt Pantaleon, Cyriakus und den einzigen Nichtmärtyrer: Ägidius.
 
Der Autor Pater Adalbert Seipolt (1929-2009) war Benediktinermönch in der Abtei Metten in Niederbayern. Er schrieb insgesamt 20 Bücher, meist heitere Erzählungen mit christlichem Touch, die in mehrere Sprachen übersetzt wurden. Ich kenne auch Pater Seipolts Erstlingswerk über die Pilgerreise der Ordensfrau Annaberta nach Rom in Alle Wege führen nach Rom, das 1958 erschien. Es erreichte 22 Auflagen, und zwar zu recht, es ist sehr unterhaltsam mit hintergründigen Episoden. Schade, dass die Bücher von Adalbert Seipolt heute nicht mehr so bekannt sind.

Hier im Blog werden noch weitere Bücher von Adalbert Seipolt vorgestellt. Oben links in die Suche "Seipolt" eingeben oder auf der Seite "Glaube und Humor" nachschauen.

152 Seiten, 1988, mit Zeichnungen von Placidus Heider

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